Open Stage Revue

Donnerstag – 11.6.2015 – 19-21 Uhr

Podewil, Klosterstraße 68, 10179 Berlin

Zum Festivalauftakt übernehmen Jugendliche und junge Erwachsene die Bühne. Dabei treten die, die noch nicht so lange hier leben, gemeinsam mit denen auf, die schon länger hier sind. Neben Beiträgen aus Berlin werden Jugendliche aus anderen Bundesländern zu erleben sein, die bei den INTERVENTIONEN zu Gast sind. Im Anschluss gibt es eine Eröffnungsfeier mit Open Mic.

Leitung

Alfred Mehnert, Musiker (Berlin)
Ange da Costa, Sänger (Angola/Kongo/Berlin)

Ablauf

19:00 – Begrüßung / Theatersaal im 1. OG

Moritz van Dülmen
Geschäftsführer Kulturprojekte Berlin
Moritz von Rappard
Künstlerischer Leiter INTERVENTIONEN, Kulturprojekte Berlin

19:05 – Open Stage Revue / Theatersaal im 1. OG

Ab ca. 20:30 – Party mit Open Mic / Foyer im EG

 

Während der INTERVENTIONEN 2015 werden im Foyer des Podewil Kurzfilme und Projektdokumentationen gezeigt:
Hajusom e.V. (Hamburg) / Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (Potsdam) gemeinsam mit der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Psychosozialer Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e.V. (Berlin) / Junges DT (Berlin) / Kein Abseits e.V. (Berlin) / Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (Stuttgart) / AlarmTheater (Bielefeld)

Tagung

Freitag – 12.06.2015 – 10-18 Uhr

Podewil, Klosterstraße 68, 10179 Berlin
Parochialkirche, Klosterstraße 67, 10179 Berlin

Leider ist die Konferenz vollständig ausgebucht!

Als zweitbeliebtestes Einwanderungsland der Welt fällt Deutschland der Remix immer noch schwer. Menschen mit Flüchtlingsstatus und auf Asylsuche sind dabei aus vielen Bereichen des Daseins ausgeschlossen. In die kulturelle Suche nach einem „neuen Wir“ werden sie kaum einbezogen – im Gegenteil. Die Kulturelle Bildung entwickelt derzeit viele unterschiedliche Ansätze zum Thema Ankommen und Bleiben: einmalige Projekte für, mit oder von geflüchteten Menschen, langfristige Kooperationen mit ‚Unterkünften‘, auf strukturelle Veränderungen abzielende Kollaborationen oder Kampagnen.

Die Tagung versucht eine kritische Bestandsaufnahme, fragt nach Gelingensbedingungen und vernetzt Akteurinnen und Akteure für die Zukunft. In fünf parallel laufenden Workshops diskutieren Fachleute aus Kultur und Bildung – Jugendliche, Neuangekommene, Künstler_innen, Bildungsexpert_innen und Institutionen – über die Knackpunkte: Wie greifen kulturelle Projekte Bedürfnisse und Fähigkeiten von Geflüchteten und Asylsuchenden auf? Wie sind sie in solchen Projekten verankert? Welche Möglichkeiten eröffnet die Sprache der Kunst wie Theater, Musik, Literatur, Malerei, Tanz oder Film für Neuankömmlinge ganz persönlich, aber auch für das Zusammenleben in Deutschland? Wie können Bildung und Kultur Ausgrenzungen entgegenwirken, wie Öffentlichkeit und Politik für die Belange der Schutzsuchenden sensibilisieren? Und wer profitiert am Ende nachhaltig von diesen Ansätzen?

Die Ergebnisse der Workshops werden auf einem abschließenden gemeinsamen Plenum vorgestellt und diskutiert. Ziel ist es, Ansätze und Projekte einem „Reality Check“ zu unterziehen, um darauf aufbauend Grundsätze und Vorstellungen für die Zukunft zu besprechen. Sie werden zusammen mit einer Bestandsaufnahme von themenbezogenen Projekten auf www.interventionen-berlin.de veröffentlicht.

Leitung

Nevroz Duman, Jugendliche ohne Grenzen/Pro Asyl (Hanau) / Tschingis Sülejmanov, Jugendliche ohne Grenzen/Beratungs- und Betreuungszentrum für junge Flüchtlinge und Migrant*innen (Berlin) / Pauline Henze, Jugendliche ohne Grenzen (Berlin) / Mohammed Jouni, Jugendliche ohne Grenzen (Berlin) / Susanne Stemmler, Kulturwissenschaftlerin (Berlin)

Ablauf

9:00 – Registrierung / Podewil

10:00 – Begrüßung / Parochialkirche

Arnold Bischinger
Leiter Geschäftsbereich Kulturelle Bildung, Kulturprojekte Berlin

10:05 – Einführung / Parochialkirche

Susanne Stemmler
Kuratorin Tagung/Kulturwissenschaftlerin (Berlin)
Tschingis Sülejmanov
Jugendliche ohne Grenzen/ BBZ (Berlin)

10:30 – 16:00 – Parallele Workshops / Podewil & Parochialkirche

Kein Wechsel zwischen den Workshops möglich, inklusive Mittags- und Kaffeepause

16:30 – 18:00 – Plenum / Parochialkirche

Präsentation der Arbeitsergebnisse aus den Workshops
Moderation: Tschingis Sülejmanov & Susanne Stemmler

19:30 – Aufführung / Podewil

Coming of Age oder was heißt hier erwachsen werden?

 

Während der INTERVENTIONEN 2015 werden im Foyer des Podewil Kurzfilme und Projektdokumentationen gezeigt:
Hajusom e.V. (Hamburg) / Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (Potsdam) gemeinsam mit der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Psychosozialer Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e.V. (Berlin) / Junges DT (Berlin) / Kein Abseits e.V. (Berlin) / Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (Stuttgart) / AlarmTheater (Bielefeld)

Podewil (Konferenzraum/EG)

WORKSHOP 1
“Leben statt Lager”

Impulse für neue Wohnformen aus Kunst und Architektur als Alternative zu Sammelunterkünften

Moderation: Nurjana Arslanova, Jugendliche ohne Grenzen (Gifhorn) / Nelli Foumba Soumaro, Jugendliche ohne Grenzen (Hamm)

Willkommen in der deutschen Provinz: Mitten im Industriegebiet, abseits vom Ortszentrum oder mitten im Wald… der Kontakt mit dem, was das Leben für die meisten Menschen in diesem Land ausmacht, ist dort oftmals schwer bis unmöglich. Doch es werden derzeit verstärkt neue Ansätze entwickelt. Wir wollen Alternativen zu Sammelunterkünften diskutieren, wie man sie erschafft und was es dazu braucht.

Mit: Fahard Sidiqi & Stef Maldener, Grand Hotel Cosmopolis (Augsburg) / Christoph Stark & Agnieszka Wnuczak, kitev – Kultur im Turm (Oberhausen) / Jan Nadolny, AWO Kreisverband Berlin-Mitte / Monika Bergen, Flüchtlingsrat Berlin / Katharina Rohde, Architektin/Kuratorin (Berlin) / Barbara Caveng, Kunstasyl (Berlin) / Volkmar Nickol, Architekt (Berlin) / Daniel Wagner, Student der Sozialen Arbeit und Koordinator Grandcosmos Berlin / Deutscher Städte- und Gemeindebund (Berlin) / Mustafa Almasri, Abdul Almasri & Pater Alfred Tönnis, Stiftung Heimat geben (Oggelsbeuren) / Mareike Geiling, www.fluechtlinge-willkommen.de (Berlin) / Dr. Dorothea v. Stumpfeldt, Ärztin (Berlin)

Podewil (Probebühne/1.OG)

WORKSHOP 2
“Fachkraft”

Kompetenzen geflüchteter Menschen wertschätzen und Berufsperspektiven eröffnen durch Kulturelle Bildung

Moderation: Mohammed Jouni, Jugendliche ohne Grenzen (Berlin) / Kerstin Schukalla, BBZ (Berlin)

Die gesuchten Fachkräfte sind schon da! Wie können informelles Wissen, Lebens- und Berufserfahrung, akademische oder berufliche Ausbildung aus den verschiedensten Ländern trotz eingeschränktem Aufenthaltsstatus praktiziert werden? Wir wollen Ansätze aus der kulturellen Bildung diskutieren, die Talente und Kompetenzen geflüchteter Menschen wertschätzen, viel gesuchte Fachkräfte aufspüren und eine Berufsperspektive öffnen.

Mit: Heike Birkhölzer, Graefewirtschaft/Technologie-Netzwerk Berlin (Berlin) / Pierre Vicky Sonkeng, Flüchtlingsrat Brandenburg / Malve Lippmann, bi’bak (Berlin) / Sigrid Mager, Agentur für Arbeit Berlin Süd / Andrea Tittel, Bundesagentur für Arbeit – Regionaldirektion Berlin-Brandenburg (Berlin) / Modellprojekt „Jeder Mensch hat Potenzial – Arbeitsmarktintegration von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern“ / Projekt „Kommen und Bleiben“, Kunsthochschule Berlin Weißensee / wings university (Berlin)

Podewil (Tanzstudio/3.OG)

WORKSHOP 3
“Bist Du deutsch oder Flüchtling?“

Neue Erzählungen, Bilder und kulturelle Praktiken in den Künsten als Haltungen zwischen Rückzug und Radikalisierung

Moderation: Sarah Bergh, Kulturpädagogin (München) / Oliver Kontny, Autor/Dramaturg (Bochum)

‚Neuland‘ betreten oder an vorhandene Kulturstrukturen andocken? Wir knüpfen hohe Erwartungen an Projekte in Kulturinstitutionen und freier Szene, die Unsicherheit aller Beteiligten ist groß. Die Überzeugung, dass Theater, Musik, Bildende Kunst, Tanz, Literatur, Sport zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beitragen, ist stark. Die Sprache der Kunst eröffnet Freiräume für die Phantasie von Menschen mit Fluchtgeschichten, aber auch von Kulturschaffenden. Auf das ‘nackte (Über)Leben’ reduziert zu sein, jedoch ohne zum ‚Opfer‘ zu werden, mit den eigenen künstlerischen Formen die Kultur in Deutschland transkulturell erweitern und im globalen Austausch mit Heimat und Diaspora zu stehen – das birgt eine unfassbare Fülle an Stoffen für neue Erzählungen, neue Bilder, neue kulturelle Praktiken. Wir sprechen über Strategien und Haltungen hinter den Ansätzen und reflektieren die eigenen Rollen aller Beteiligten zwischen Rückzug und Radikalisierung.

Mit: Taghrid Choucair-Vizoso, Performer (London) / Alexander Luckmann, Theaterautor (Berlin) / Ahmed Shah, JugendtheaterBüro Berlin/Refugee Club Impulse (Berlin) / Lydia Ziemke, suite42 (Berlin) / Philipp Harpain, GRIPS Theater (Berlin) / Hajusom (Hamburg) / Stefan Hayn, Maler/Filmregisseur (Berlin) / Paula M. Hildebrandt, Welcome City (Hamburg) / Kristina Stang, Deutsches Theater (Berlin) / Markus Huber, Kulturstiftung des Bundes (Halle/Saale)

Podewil (Klub/EG)

WORKSHOP 4
“Bildung(s)Los!”

Teilhabe für Kinder und Jugendliche mit unsicherem Aufenthaltsstatus durch schulische und außerschulische Kulturelle Bildung

Moderation: Newroz Duman, Jugendliche ohne Grenzen/Pro Asyl (Hanau) / Tschingis Sülejmanov, Jugendliche ohne Grenzen/Beratungs- und Betreuungszentrum für junge Flüchtlinge und Migrant*innen (Berlin)

Für die rund 65.000 minderjährigen Kinder- und Jugendliche mit unsicherem Aufenthaltsstatus in Deutschland ist ihr völker- und grundrechtlich verankertes Recht auf Bildung schwer einzulösen. So ist z.B. der Schulbesuch in den Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt. Wir werden über Konzepte für den sensiblen und produktiven Umgang mit Mehrsprachigkeit, Traumatisierungen, Instabilität und Fluktuation in der schulischen und außerschulischen Kulturellen Bildung mit begleiteten und unbegleiteten Kindern und Jugendlichen sprechen.

Mit: Judith Strohm, Deutsche Kinder und Jugendstiftung (Berlin) / Jasmin Azar, Kein Abseits (Berlin) / Yilmaz Holtz-Erşahin, Interkulturelle Bibliothek in der Stadtbibliothek Duisburg / No-Border (Düsseldorf) / Torsten Nagel, SJD Die Falken (Düsseldorf) / Robby Hillmanns, zakk (Düsseldorf) / AlarmTheater (Bielefeld) / Lena Strohmeier, Lisanda (Berlin) / boat people projekt (Göttingen) / Bundeszentrale für politische Bildung (Bonn) / Carolin Gaffron, Champions ohne Grenzen (Berlin)

Parochialkirche

WORKSHOP 5
“Zusammen?“

Nachhaltige Kooperationen von Geflüchteten mit Kultureinrichtungen und Zivilgesellschaft

Moderation: Olad Aden (Gangway, Berlin) / Leonie Baumann (Kunsthochschule Berlin Weißensee)

Neben den bereits seit langem bestehenden Beratungsangeboten engagieren sich derzeit verstärkt auch Kultureinrichtungen und die Zivilgesellschaft. Sie ermöglichen kreative Zusammenarbeit in Geflüchteten-‚Unterkünften‘ und den Kultureinrichtungen sowie Kontakte zur Aufnahmegesellschaft. Alle Projektbeteiligten können gleichberechtigt voneinander lernen und etwas Gemeinsames schaffen.

Wie lassen sich längerfristige Konzepte unter Beratung durch erfahrene Fachleute umsetzen? Wie gelingen mehrjährige Partnerschaften zwischen Ehrenamtlichen, Kunst- und Kultureinrichtungen und Unterkünften? Welche Beiträge liefert die Migrations- und Rassismusforschung für Kulturelle Bildung mit Geflüchteten? Wie die besonderen Bedürfnisse sichtbar machen, ohne bevormundend ein ‚Anderssein‘ zu konstruieren und Menschen auf den Geflüchteten-Status zu reduzieren?

Mit: Dorothea Kolland, Rat für die Künste (Berlin) / Bernd Knopf, Bundesbeauftragter für Migration und Flüchtlinge (Berlin) / Berlin Mondiale / Christel Hartmann-Fritsch, Stiftung Genshagen (Ludwigsfelde) / Anja Turner, Kulturbehörde Hamburg / Mekonnen Mesghena, Heinrich-Böll-Stiftung (Berlin) / Miriam Lemdjadi, Lea Jarnicki & Nina Weber, BewegGründe (Westerwald/Bonn) / Isabel Aguirre, No Boundaries (Berlin) / Azadeh Sharifi, Kulturwissenschaftlerin (Berlin) / Michaela Stoffels, Deutscher Volkshochschulverband (Bonn)

16:30 – 18:00

Plenum und Präsentation
der Arbeitsergebnisse
aus den Workshops

19:30 – Podewil, Klosterstraße 68, 10179 Berlin
Eintritt: 3,50 Euro / Restkarten an der Abendkasse verfügbar

Aufführung:
COMING OF AGE ODER WAS HEIßT HIER ERWACHSEN WERDEN?

THEATER AN DER PARKAUE / AWO Refugium Lichtenberg (Berlin)

Wie soll es nach der Schule weitergehen? Bedeutet Erwachsensein ein Kind, ein Haus, einen Job und Geld zu haben? Macht der Führerschein mich erwachsen oder die erste eigene Wohnung? Welche Zukunft habe ich in Deutschland? Fühlt sich Erwachsensein anders an als Jugend? Was heißt auf eigenen Beinen stehen? Befinde ich mich in der Odyssee-Phase? Was bedeuten die erste Zigarette oder die erste Liebe für mein Erwachsenwerden? Ab wann muss ich selbstständig sein und wer bestimmt das?

Eine Gruppe von Berliner Jugendlichen und jungen Flüchtlingen beschäftigt sich mit dem Erwachsenwerden. Die Teilnehmer sind zwischen 16 – 22 Jahren und befinden sich damit am Ende eines Lebensabschnittes und am Übertritt in einen neuen. Gegenseitig befragen sie sich über ihre Kindheit und ihre Zukunft, was sie mochten, was sie erinnern, was sie sich erträumen. Sie stellen Fragen, sie lernen sich kennen. Sie überwinden Sprachbarrieren. Sie sprechen im Chor, sie singen, sie tanzen und stehen zusammen auf der Bühne.

In deutscher Sprache mit arabischen Übertiteln, Dauer ca. 45 Minuten
Foto- und Videoaufnahmen während der Vorstellung sind nicht gestattet.

Mit: Mohammed Abdalaziz / Shaheen Al-Obaidi / George Awaf / Lama Ayman / Leon Blaschke / Lina Gasenzer / Felix Klinke / Delva Mohamed / Lucie Oelschläger / Hannah Rolletschek / Yolanda Rüchel / Joelle Schindler / Veronia Wahba

Künstlerische Leitung: Joanna Praml
Ausstattung: Jana Denhoven
Künstlerische Assistenz / Dramaturgische Begleitung: Rudi Keiler Gomez de Mello
Video: Daniel Sebastian Bergius
Übersetzung/ Untertitel: Veronia Wahba

Das Team von „Coming of Age oder was heißt hier erwachsen werden“ dankt allen beteiligten Kolleginnen und Kollegen des THEATER AN DER PARKAUE für ihre Unterstützung sowie für die technische Betreuung bei Proben und Aufführungen.

Besonderer Dank an:
Thomas Holznagel (Beleuchtung) / Sebastian Köster (Ton/Video) / Eddi Damer (Technischer Direktor) / Marc Lautner (Bühnenmeister) / Sarah Kornettka (Requisite) / Clemens Leander (Kostüm)

Coming of Age oder was heißt hier erwachsen werden?
Ein Projekt von THEATER AN DER PARKAUE in Kooperation mit der AWO Berlin, gefördert durch den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung und die Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE und dem Freundekreis des THEATER AN DER PARKAUE Berlin e.V.

Festival

Samstag – 13.06.2015 – 12-23 Uhr

Podewil, Klosterstraße 68, 10179 Berlin
Parochialkirche, Klosterstraße 67, 10179 Berlin
ORWOhaus, Frank-Zappa-Straße 19, 12681 Berlin
AWO Refugium Askanierring, Askanierring 71a, 13587 Berlin
AWO Refugium Buch, Groscurthstraße 29, 13125 Berlin

Das Festival präsentiert Berliner sowie bundesweite Projekte und Initiativen in der kulturellen Bildungsarbeit mit Geflüchteten und stellt die Vielfalt der künstlerischen Ansätze vor.

Die Präsentationen ermöglichen Einblicke in die Projektarbeit und bieten Anlass, um offen über die Fragen zu diskutieren: Welche Bedeutung und welche Möglichkeiten eröffnet die Sprache der Kunst wie Theater, Musik, Literatur, Malerei, Tanz oder Film für Neuankömmlinge ganz persönlich? Was kann das für das Zusammenleben in Deutschland bedeuten? Wie sehen Geflüchtete selbst Projekte Kultureller Bildung in ihrer meist unsicheren Lebenslage? Welche Motivationen treiben die Initiator_innen an und welche Erfahrungen machen sie während ihrer Arbeit? Und nicht zuletzt: Wie geht man mit dem zunehmenden Hype auf künstlerische Projekte mit Geflüchteten um?

Auftakt und Abschluss des Festivals markieren drei Musikprojekte, in deren Rahmen Jugendliche gemeinsam mit Bernadette La Hengst, Peter Fox und Heinz Ratz gearbeitet haben.

Ablauf Präsentationen

15:30 – Begrüßung

Arnold Bischinger
Leiter Geschäftsbereich Kulturelle Bildung, Kulturprojekte Berlin

15:35 – Einführung

Anna Zosik
Kuratorin des Festivals, eck_ik büro für arbeit mit kunst (Berlin)

16:00 – 16:50

Slot 1 – Parallele Präsentationen


17:20 – 18:10

Slot 2 – Parallele Präsentationen


18:40 – 19:30

Slot 3 – Parallele Präsentationen

 

Während der INTERVENTIONEN 2015 werden im Foyer des Podewil Kurzfilme und Projektdokumentationen gezeigt:
Hajusom e.V. (Hamburg) / Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (Potsdam) gemeinsam mit der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Psychosozialer Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e.V. (Berlin) / Junges DT (Berlin) / Kein Abseits e.V. (Berlin) / Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (Stuttgart) / AlarmTheater (Bielefeld)

Ablauf Musikprojekt

12:00 – 12:30 – Intervention 1

AWO Refugium Askanierring
Liebling Flüchtling
Bernadette La Hengst, Musikerin (Berlin)

12:00 – 13:00 – Intervention 2

AWO Refugium Buch
Willkommen zuhause!
Heinz Ratz, Musiker (Kiel) / Gangway Beatz (Berlin)

18:00 – 23:00 – Intervention 3

ORWOhaus Marzahn
Beats against Borders
Peter Fox, Musiker (Berlin) + BÄM! Drumline (Berlin) u.a.

20:00 – 22:00 – Zusammenkommen

Podewil
Open air
mit No-Border & Bands aus Berlin

16:00 – 16:50
Parallele Präsentationen SLOT 1

Parochialkirche

ICH BIN / Poesie – Sprachen – Chor – Performance

Lydia Ziemke, suite42 (Berlin)

Im Gespräch mit Stefan Fischer-Fels, GRIPS Theater (Berlin)

Einschüchterung, Angst und Frustration prägen jede Fluchtgeschichte. Neue Sprachen müssen erlernt werden und leicht geht die eigenen Worte verloren. Worte, die eine Verbindung zwischen dem Selbst und der Außenwelt schaffen – und damit die Möglichkeit für Teilhabe und Verständigung, Lebensorganisation und Selbstverwirklichung und letztlich für Freundschaft und Vertrauen. Muttersprache, Kolonialsprache, Fluchtsprache, Gastsprache – darin drücken sich die Einzelnen aus, schmecken, wer sie sind, und bilden so ein komplexes Chorgeflecht. suite42 bringt unter der Leitung von Lydia Ziemke internationale Theaterakteure und andere Künstler für Theaterprojekte zusammen, die sich mit geschichtlichen Knotenpunkten und besonders mit den Auswirkungen von Gewalt und Migration auf Einzelne und Gesellschaften befassen. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf der Bühnenpräsentation, es wird auch immer ein Kontext aus akademischen und anderen künstlerischen Quellen geschaffen.
www.suite42.org

Stefan Fischer-Fels, geboren 1964 in Berlin, studierte Schauspiel, Erziehungswissenschaften, Psychologie und Soziologie; Diplom-Fußballtrainer. 1993 – 2003 Dramaturg am GRIPS Theater Berlin, 2003 – 2011 Künstlerischer Leiter Junges Schauspielhaus Düsseldorf, 2011 – 2016 Künstlerischer Leiter GRIPS Theater Berlin, ab 2016 Künstlerischer Leiter Junges Schauspielhaus Düsseldorf + Bürgerbühne im Team von Wilfried Schulz.

Podewil (Theatersaal/1. OG)

Letters Home / Aufführung (Ausschnitt)

Refugee Club Impulse (Berlin)

Im Gespräch mit Cigir Özyurt, JugendtheaterBüro Berlin

In „Letters Home“ erarbeiten wir geschriebene, gedrehte und gespielte ‚Briefe nach Hause‘, die von unserer Wahrnehmung der Stadt erzählen. Wie ist ‚unsere‘ Vorstellung von Deutschland und wie sieht die Realität aus dem Blickwinkel der ‚anderen‘ tatsächlich aus? Wir reden nicht von Abstraktem, über Paragraphen – wir fühlen zwischen Welten, zwischen Sprachen, zwischenmenschlich. Mit unserem Stück wollen wir kein Mitleid erregen, sondern wünschen uns wachsende Solidarität im Kampf gegen die aktuelle Asylpolitik.
Der Refugee Club Impulse ist eine internationale, selbst organisierte Gruppe, die für die Rechte von Flüchtlingen kämpft. Theater ist das Mittel Strukturen zu schaffen, um geflüchtete Menschen in die Gesellschaft zu integrieren.
www.impulse-projekt.de

Cigir Özyurt studierte Soziale Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin und Theaterpädagogik an der Universität der Künste Berlin. Als Teil des Leitungsteams des JugendtheaterBüro Berlin, ist er für die Bereiche Theaterpädagogik und musikalische Leitung zuständig. Er tritt als politischer Sänger/Songwriter und Rapper auf und ist Mitglied beim Bündnis kritischer Kulturpraktiker*innen. In der Türkei war er 2005/06 in der Nesin Stiftung in Çatalca/Istanbul und 2010 bei Halkevleri in Istanbul für längere Zeit aktiv.

Podewil (Probebühne/1. OG)

AlarmTheater / Filmdokumentation / Bielefeld

Im Gespräch mit Veronika Gerhard, akademie der autodidakten (Berlin)

Das AlarmTheater ist seit über 20 Jahren ein freies Theater mit eigener Spielstätte im Bielefelder Westen, das jährlich bis zu acht Produktionen für Jugendliche und Erwachsene mit durchschnittlich zwanzig Akteuren entwickelt. Darüber hinaus führt das Theater Projekte in Kooperation mit Flüchtlingswohngruppen, Integrationsvereinen, Sucht- und Gewaltpräventionsstellen, Museen, Schulen und im Gefängnis durch. Unser Anspruch konzentriert sich somit darauf, in Zusammenarbeit mit lokalen, regionalen und internationalen Kooperationspartnern und in einem Team mit Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Herkunft künstlerisch hochwertige Produktionen zu realisieren, die existenziell relevante Themen verhandeln.
http://www.alarmtheater.de

Veronika Gerhard ist Künstlerin und Filmemacherin und lebt in Berlin. Sie beteiligte sich an zahlreichen kollektiven Kunstprojekten zwischen Kunst und Politik und postmigrantischem Theater unter anderem am „EMPIRE – Beyond Boom and Crash Festival“ im Kino Arsenal und Assembly International. Zurzeit leitet sie mit Volkan T. die akademie der autodidakten, das Departement für Kunstvermittlung am Ballhaus Naunynstraße in Berlin. Ihre Produktion „Urban Sounds Clash Classic“, gewann 2013 den nationalen Wettbewerb des Theatertreffens der Jugend – Berliner Festspiele.

Podewil (Club/EG)

Blicke / Glances – ein Projekt von Mona Jas / Ausstellung

Berlin Mondiale: KW Institute for Contemporary Art und ASB Notunterkunft Alt-Moabit (Berlin)

Im Gespräch mit Andre Raatzsch, bildender Künstler (Berlin)

Mit der Frage, welche Verbindung Geflüchtete zwischen den unterschiedlichen Orten den KW und der Notunterkunft herstellen und wie ein Kontakt aussehen könnte, machten sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus Alt-Moabit und externe Künstler_innen sowie Studierende gemeinsam auf den Weg. Erkundet wurden die Verbindung von der Unterkunft über das Brandenburger Tor bis zu den KW und den dort laufenden Ausstellungen. Blicke, Wahrnehmungen und Eindrücke wurden in künstlerischen Prozessen gesammelt, geordnet, um- und neugestaltet. Erlebnisse, Bilder, Eindrücke, Empfindungen und Sinneswahrnehmungen wurden transformiert, gespeichert und eigene Sammlungsprinzipien entwickelt. Daraus entstand ein bleibendes gemeinsames Gruppenalbum.
http://berlin-mondiale.de

André Raatzsch (1978, Ilmenau) arbeitet als Künstler, Kurator und Kunstvermittler in Berlin und Budapest. Kunstvermittlungsprojekte: „Ion“, „Was bedeutet es Roma zu sein“ (Zoom-Patenschaftsprojekte), „FINTEN.ORG – Kunstvermittlung gegen Ausgrenzung“ (neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) mit Mona Jas), „Reality Check“ (6. Berlin Biennale), „Auf der Suche nach Raum X“ (Nürtingen-Grundschule, Berlin).

17:20 – 18:10
Parallele Präsentationen SLOT 2

Podewil (Theatersaal/1. OG)

Hajusom – transnationale Kunst /
Filmdokumentation / Hamburg

Im Gespräch mit Sarah Bergh, Kulturarbeiterin (München)

Seit 1999 ist „Hajusom“ ein Ort in Hamburg, an dem Kunst und Leben zusammenfließen und künstlerisches, kollektives Schaffen als das Gegenteil von kultureller, religiöser und politischer Dominanz praktiziert wird. Alle Performer_innen tragen ihre individuellen Landkarten in sich, für sie ist Migration der Normalfall menschlicher Existenz. Hajusom versteht seine Arbeit als friedensbildend und als künstlerische Intervention im Konfliktfeld der aktuellen Migrationspolitik.
http://www.hajusom.de

Sarah Bergh studierte Pädagogik, Psychologie und Theaterwissenschaft und war mehrere Jahre in der Festivalsarbeit, im Produktions- und Gastspielmanagement im Bereich Theater und Tanz tätig. Mit ihrem Büro bergh kultur und kunstprojekte konzipiert sie seit 2003 Formate für die politische Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen und übernimmt die Organisation für kulturelle und künstlerische Formate zum Themenkreis Rassismuskritik, Diversität und (postkoloniale) Erinnerungskultur.

Podewil (Studio 2/EG)

No-Border / Lesung

ein Projekt der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken, Flüchtlingsinitiative STAY! und des Kulturzentrums zakk (Düsseldorf)

Im Gespräch mit Soraya Gomis, Studienrätin (Berlin)

No-Border ist ein Buch- und Musikprojekt, das Flüchtlingsjugendlichen eine Stimme gibt und für Solidarität, Respekt und Toleranz wirbt. Fünf Jugendliche mit Flüchtlingsgeschichte haben mit der Autorin Pamela Granderath biografische Texte geschrieben, die Einblicke in Vergangenes und Gegenwärtiges gewähren. Die Texte wurden als Buch veröffentlicht, das außerdem Informationen über die europäische und deutsche Asylpolitik, Frontex oder Rassismus beinhaltet. Des Weiteren finden sich im Buch als QR-Code drei Songs, in denen die jungen Flüchtlinge gemeinsam mit anderen Jugendlichen unter der Leitung des Musikers Michio Woirgardt ihre Texte vertont haben.
www.no-border.info

Saraya Gomis ist Studienrätin und lehrt an der Ernst-Reuter-Oberschule in Berlin-Wedding. Sie ist eine bildungspolitische Aktivistin und hat neben vielen anderen Projekten und ehrenamtlicher Jugendarbeit mit ihrem Kollegen Daniel Schmöcker (Rosa-Luxemburg-Gymnasium) das „Martin-Luther-King-Projekt“ Berliner Jugendlicher initiiert und begleitet.

Podewil (Hof/Foyer) – bereits ab 11:00!!!

Zu dir oder zu mir? –
eine Raumausstellung und ein Workshop

Simone Schander, Vanessa Gärtner & Rainer Untch (Berlin)

Im Gespräch mit Katharina Rohde, Kuratorin/Urbanistin (Berlin)

Fünfzig Jugendliche – die einen erst seit Kurzem in Deutschland, die anderen hier geboren und aufgewachsen – gestalteten innerhalb von drei Projektwochen eine Ausstellung, in der sie ihre eigenen Lebenswelten, ihre Wünsche, Erwartungen und Hoffnungen in von ihnen selbst inszenierten Räumen abbildeten. Höhepunkt des Projektes war die feierliche Eröffnung der Ausstellung im Foyer des Pankower Rathauses. Simone Schander, Vanessa Gärtner und Rainer Untch haben in der Vergangenheit bereits mehrfach künstlerische Projekte mit zugewanderten Jugendlichen realisiert, die sich mit Stadt-/Raumwahrnehmung und -planung beschäftigen – neben dem aktuellen Projekt „Zu dir oder zu mir?“ vor allem im Projekt „Die Pappenheimer“ (2013).
http://zudirzumir.tumblr.com
http://pappenheimblog.tumblr.com

Katharina Rohde ist freie Kuratorin, Stadtentwicklerin und Urbanistin. Seit 2005 lebt und arbeitet sie in Berlin und ist international – insbesondere in Johannesburg, Südafrika – tätig. Sie arbeitet außerdem in der Lehre und in der kulturelleren Bildung. Seit 2002 beschäftigt sich Katharina Rohde mit dem Thema Migration und Stadt. In 2014 gründete sie CUP, Studio für Contemporary Urban Practice. CUP arbeitet projektbezogen mit weiteren Partner_innen zusammen. Katharina Rohde entwickelte und leitete das Projekt Berlin Mondiale bis 2015 für den Rat für die Künste Berlin.

Podewil (Tanzstudio/3. OG)

Junction Kreuzberg / Generalprobe Tanz

Jo Parkes, Mobile Dance (Berlin)

Im Gespräch mit Ulrich Huhn, Tänzer/Tanzvermittler (Berlin)

„Junction Kreuzberg“ ist ein wöchentlicher Tanz-Workshop für junge Leute in einem Übergangswohnheim für Flüchtlinge in Kreuzberg. Jo Parkes (Tanzkünstlerin) und Barbara Weidner (Heilpädagogin) arbeiten für 9 Monate in diesem Heim mit einem kleinen Team von Tanzkünstlern, Musikern und Fotografen. Das Ziel des Projektes ist, einen Raum zu schaffen, in dem sich junge Menschen treffen und als Gruppe kreativ miteinander arbeiten können, durch ihre Körper in Kommunikation miteinander treten, Körperbewusstsein und Körperwahrnehmung entwickeln, um den eigenen Körper als Ausdruckswerkzeug zu trainieren sowie Kontakt mit anderen jungen Leuten in Kreuzberger Schulen zu schließen.
www.joparkes.com

Ulrich Huhn wurde an der Rotterdamse Dansacademie zum Tänzer ausgebildet. Ende der neunziger Jahre war er mehrjähriges festes Ensemblemitglied von Neuer Tanz, Düsseldorf. In Berlin arbeitete er als freischaffender Tänzer u.a mit WILHELM GROENER, Reinhild Hoffmann und studierte Wirtschafts- und Gesellschaftskommunikation an der UdK Berlin. Momentan vermittelt er bei TanzZeit zeitgenössischen Tanz in Schulen. Seit 2014 ist Ulrich Jurymitglied für das Tanztreffen der Jugend im Haus der Berliner Festspiele.

18:40 – 19:30
Parallele Präsentationen SLOT 3

Parochialkirche

CABUWAZI beyond borders / Akrobatik / Berlin

Im Gespräch mit Ylva Queisser, Zirkus macht stark – Zirkus für alle (Berlin)

Das berlinweite Pilotprojekt „CABUWAZI beyond borders“ führt bisher hauptsächlich Zirkusprojektwochen mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen sowie denen aus dem sozial-räumlichen Umfeld durch. Fünf Tage lang trainieren circa 30 Teilnehmende mit erfahrenen Zirkuspädagog_innen in unterschiedlichen Disziplinen. Zu Beginn lernen sie sich und ihren Körper in der Artistik spielerisch kennen und probieren sich dann in den Disziplinen wie Drahtseil, Jonglage, Akrobatik und Trampolin aus. Im Laufe der Woche werden die Disziplinen intensiviert und die erlernten Kunststücke zu einer gemeinsamen Darbietung zusammengeführt und am Ende vor ihren Eltern, Freund_innen, Unterkunftsmitarbeiter_innen und weiterem Publikum präsentiert.
http://www.cabuwazi.de

Ylva Queisser ist als Fachkoordinatorin bei Zirkus macht stark – Zirkus für alle e.V. tätig und betreut dort seit 2013 Projekte der kulturellen Kinder- und Jugendbildung im Rahmen des Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung“, darunter auch mehrere lokale Projekte für geflüchtete Kinder und Jugendliche. Sie hat in Stockholm Soziologie und Social Anthropology studiert und für verschiedene Stiftungen in Schweden und Deutschland im sozialen und kulturellen Bereich gearbeitet.

Podewil (Theatersaal/1. OG)

Im Schloss – Deutschland für Anfänger /
Aufführung

boat people projekt (Göttingen)

Im Gespräch mit Sarah Bergh, Kulturarbeiterin (München)

boat people projekt entwickelt, schreibt und inszeniert seit 2009 Theaterstücke zu den Themen Flucht und Migration, mit internationalen Teams bestehend aus Menschen mit Fluchterfahrung und Bühnenerfahrenen. Das junge boat people projekt, geleitet von Luise Rist, Hans Kaul, Mark Kutah und Jay Deliny, hat einen ehemaligen Supermarkt in einer leer stehenden Laden-Passage eingerichtet, der zu einem Ort des Ankommens geworden ist. Hier entsteht zurzeit das zweite Stück: „Im Schloss – Deutschland für Anfänger“. Die meisten Akteur_innen sind nach Deutschland geflüchtet, u.a. aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia, Irak und Kosovo. Zur Gruppe gehören auch in Deutschland aufgewachsene Jugendliche. boat people projekt ist mit dem Initiativpreis 2015 der Hanns-Lilje-Stiftung ausgezeichnet worden.
www.boatpeopleprojekt.de

Sarah Bergh studierte Pädagogik, Psychologie und Theaterwissenschaft und war mehrere Jahre in der Festivalsarbeit, im Produktions- und Gastspielmanagement im Bereich Theater und Tanz tätig. Mit ihrem Büro bergh kultur und kunstprojekte konzipiert sie seit 2003 Formate für die politische Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen und übernimmt die Organisation für kulturelle und künstlerische Formate zum Themenkreis Rassismuskritik, Diversität und (postkoloniale) Erinnerungskultur.

Podewil (Konferenzraum/EG)

kennen.lernen

ein Projekt der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig

Im Gespräch mit Malve Lippmann & Can Sungu, bi‘bak (Berlin)

Im Rahmen des Projektes „kennen.lernen“ entstand in der GfZK Leipzig von Oktober bis Ende November 2014 ein Raum der Begegnung zwischen Asylsuchenden und Ortsansässigen. In wöchentlichen Treffen näherten sich die Teilnehmenden einander an. Orientiert an dem Ansatz der ästhetischen Forschung entstanden allmählich Fragen, die künstlerisch bearbeitet wurden.
Die Arbeit der Kunstvermittlungsabteilung der GfZK Leipzig richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. In künstlerischen Projekten, die von der Interaktion und dem Austausch zwischen verschieden Gesellschaftsgruppen leben, werden dringende gesellschaftliche Fragen diskutiert. Die GfZK versteht sich damit als ‚lernendes Museum‘.
www.gfzk.de/foryou
http://www.gfzk.de/foryou/?p=6292

bi‘bak e.V (türkisch: „schau mal”) ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein und betreibt einen Projektraum in Berlin-Wedding. bi’bak beschäftigt sich mit gesellschaftspolitisch relevanten Themen wie Migration, Mobilitätsdiskursen, Identitätskonstruktionen, Konsumgesellschaft, kulturellem Gedächtnis und legt den Schwerpunkt dabei auf deren ästhetische Dimensionen. bi’bakstube ist ein interkultureller und interkulinarischer Mittagstisch, der zwei Mal im Monat am Freitag stattfindet. Gekocht wird von Flüchtlingen aus dem Kiez. www.bi-bak.de

Podewil (Club/EG)

NIE WIEDER KLUG – Wer ist der Fremde? / Film

Stefan Hayn, Filmemacher (Berlin)

Im Gespräch mit Susanne Stemmler, Kuratorin/Kulturwissenschaftlerin (Berlin)

Im Sommer 2014 hat der Filmemacher und bildende Künstler Stefan Hayn mit Schülern und Schülerinnen der Klasse 4,5,6 h der Nürtingen-Grundschule Berlin Kreuzberg einen Kurzfilm zum historischen Schildbürgerstoff von 1597/98 erarbeitet. Ausgang dazu bildeten Dialogzitaten aus Otfried Preußlers Kinder- und Jugendbuch „Bei uns in Schilda“: Aus Angst vor dem schrecklichen Maushund – einer harmlosen Katze – verbrennen die Schildbürger ihr Städtchen. Die Schuld daran geben sie einem Fremden, der den Großeltern das Unglück vorausgesagt hat und den Enkeln den Maushund verkaufte. In einer Einführung auf Darstellungs- und Inszenierungsfragen des ‚Fremden‘ formuliert der Autor Thesen, die im Anschluss an den Film mit dem Publikum diskutiert werden.
http://www.filmportal.de/person/stefanhayn_bef53ac3d93d4bef94a46ebb3d1e983c

Susanne Stemmler ist freie Kuratorin und Kulturwissenschaftlerin mit Arbeitsschwerpunkten in urbanen, postkolonialen und transkulturellen Themenfeldern. Sie promovierte 2004 mit einer Arbeit zum Orientalismus und koordiniert derzeit als Projektleiterin der Stiftung Genshagen das Netzwerk „Kulturelle Bildung und Integration“. Sie war Gastprofessorin an der Universität der Künste Berlin (2013) und Programmleiterin für Literatur, Wissenschaft und Gesellschaft am Haus der Kulturen der Welt in Berlin (2008-2011).

Podewil (Probebühne/1.OG)

10 Jahre Jugendliche ohne Grenzen / Dokumentarfilm und Aufführung mit den Willkommensklassen Wilmersdorf

Eine Kooperation von JUGENDLICHEN OHNE GRENZEN, BBZ Berlin, GRIPS THEATER, GRIPS WERKE e.V., sowie Matin Soofipour und Joanna Mandalian mit den WILLKOMMENSKLASSEN DER SEKUNDARSCHULE WILMERSDORF

Im Gespräch mit Tania Meyer, Universität Potsdam

2005 kamen ca. 20 Jugendliche des Bildungs- und Beratungszentrums für Beruf und Beschäftigung Berlin (BBZ) ins GRIPS. Sie schilderten ihr Leben mit Residenzpflicht, Arbeits- und Ausbildungsverbot und Angst vor der Abschiebung. Die Theaterpädagog_innen des GRIPS holten weitere Informationen ein, trafen sich mit den Betroffenen und erarbeiteten Module mit ihnen: Appelle an die Politiker_innen und Unterrichtsmaterialien, Fälle recherchieren, ein Theaterstück entwickeln und bundesweit Gruppen vernetzen. Ihr Ziel ist es, möglichst viel über den Stand der Flüchtlingspolitik zu informieren und politische Entscheidungen im Sinne der Kinder- und Menschenrechte zu beeinflussen. Entstanden ist die Organisation Jugendliche ohne Grenzen, die bis heute das wichtigste politische Organ für junge Flüchtlinge ist.
http://jogspace.net

Tania Meyer hat Bildende Kunst/Visuelle Kommunikation und Geschichte an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg studiert. Sie war Theaterpädagogin am Theater in Esslingen und Braunschweig. Tätigkeiten: freie Projekte, Inszenierungen, Workshops und Fortbildungen in Deutschland und Indien. Promotion im Kolleg ‚Kulturwissenschaftliche Geschlechterstudien‘ der Uni Oldenburg zum Thema ‚Gegenstimmbildung: Aufklärungskonstruktionen in interkulturellen theaterpädagogischen Projekten gegen Kulturellen Rassismus‘. Seit 2010 wissenschaftliche Mitarbeit im Fach ‚Kunst im Lehramtsstudium / Grundschulpädagogik Kunst‘ an der Universität Potsdam.

12:00 – 23:00
Musikprojekt

12:00 – 12:30 – Intervention 1
AWO Refugium Askanierring

Liebling Flüchtling

Bernadette La Hengst, Musikerin (Berlin)

Zusammen mit Geflüchteten präsentiert Bernadette La Hengst Lovesongs aus einer flüchtigen Welt: „Liebling Flüchtling“.

12:00 – 13:00 – Intervention 2
AWO Refugium Buch

Willkommen zuhause!

Heinz Ratz, Musiker (Kiel) / Gangway Beatz (Berlin)

Was hatten Geflüchtete für eine Vorstellung von Deutschland und was haben sie stattdessen vorgefunden? Heinz Ratz und Gangway Beatz haben mit Jugendlichen unmissverständliche Musik dazu gemacht: Willkommen zuhause!

18:00 – 23:00 – Intervention 3
ORWOhaus Marzahn

Beats against Borders

Peter Fox, Musiker (Berlin) + BÄM! Drumline (Berlin) u.a.

Das Jugendzentrum Betonia setzt ein Zeichen für Verständigung und feiert ein Fest für die neuen Nachbarn: Beats Against Borders – New Kids On The Block. Mit dabei auch Peter Fox + BÄM! Drumline.

20:00 – 22:00 – Zusammenkommen
Podewil

Open air

mit No-Border & Bands aus Berlin

Am Abend präsentieren sich die Projekte mit Bernadette La Hengst, Heinz Ratz und Gangway Beatz Open Air im Hof des Podewil. Zum Abschluss spielen No-Border aus Düsseldorf und weitere Musiker aus Berlin.